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Schweizer Grossunternehmen mit sinkenden Gewinnen und rückläufigen CEO-Vergütungen

31. März 2017, Presseinformation Schweiz

 
  • Zweite Reihe holt auf: SMIM-Unternehmen weisen deutlich steigende CEO-Saläre bei rückläufigen Gewinnen aus
  • Nachholbedarf weiter gegeben: Für die vollständig informierte Diskussion um Top-Manager-Vergütung braucht es klarere Transparenzvorschriften

  • Ergebnisse der hkp/// group Studie „CEO-Vergütung in SMI- & SMIM-Unternehmen 2016“

 

Zürich, 31. März 2017. Die Vergütungen der CEOs in den führenden börsenkotierten Unternehmen der Schweiz sind 2016 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig bis stabil. Bei den grössten Unternehmen (SMI) ist ein Rückgang der durchschnittlichen Direktvergütung ganzjährig tätiger CEOs um rund 14% auf 7,0 Mio. CHF zu verzeichnen. Dagegen steigt der Vergleichswert bei den im SMIM kotierten Mid-Caps um rund 11% auf 4,1 Mio. CHF. Den Spitzenwert eines börsenkotierten Unternehmens in der Schweiz hält der CEO von Roche mit 14,4 Mio. CHF. Im europäischen Vergleich rangiert dieser Wert im Spitzenfeld.

 

Zu diesen Kernaussagen kommt die Analyse „CEO-Vergütung 2016 in SMI- & SMIM-Unternehmen“ der hkp/// group Schweiz. Die Analyse stützt sich auf die Angaben der aktuell vorliegenden Vergütungsberichte aller 20 SMI-Unternehmen sowie von 26 (von insgesamt 28) SMIM-Unternehmen. In die Berechnung sind jeweils die Werte der ganzjährig tätigen CEOs eingeflossen.

 

„Wir blicken auf ein bewegtes Jahr für die CEOs in den führenden börsenkotierten Unternehmen der Schweiz. Die insgesamt 11 Wechsel an der Spitze der SMI- und SMIM-Unternehmen belegen, dass die Position des CEO anspruchsvoller geworden ist. In Zeiten stärkerer Regulatorik, selbstbewussterer Investoren sowie einer sensibilisierten Öffentlichkeit ist die hohe Anzahl an CEO-Wechseln kein Schweizer Phänomen, sondern international zu beobachten“, erklärt hkp/// group Managing Partner Michael H. Kramarsch.

 

Auch passt das aktuelle Bild bei den Vergütungen zur wirtschaftlichen Entwicklung der SMI- und SMIM-Unternehmen. „In der Einzelbetrachtung sehen wir, dass Unternehmenserfolg und CEO-Vergütung vielfach parallel laufen. Diese immer stabiler werdende Erfolgsorientierung in der Entlöhnung ist erfreulich. Aber wir sehen auch, dass die Vergütung der CEOs in den kleineren Unternehmen steigt und mittlerweile in Einzelfällen schon den SMI-Durchschnitt übertrifft“, bilanziert Martin Pfändler, hkp/// group Senior Partner.

 

Variable Langfristvergütungen dominieren

Auf Basis der vorliegenden Vergütungsberichte ergibt sich für die ganzjährig im Amt befindlichen CEOs der SMI-Unternehmen (18) eine durchschnittliche Direktvergütung von rund 7,0 Mio. CHF. Dies entspricht einer Reduktion von rund 14% gegenüber dem Geschäftsjahr 2015. Bei den im SMIM kotierten Mid Caps steigt der Vergleichswert für die CEOs, die das volle Geschäftsjahr tätig waren (21), um 11% auf 4,08 Mio. CHF.

 

Wie bereits im Jahr zuvor haben 2016 nur wenige Unternehmen die festen Vergütungen ihrer CEOs angepasst. Die Erhöhungen dieser insgesamt 15 Unternehmen aus SMI und SMIM bewegten sich zwischen 0,5% und 14%. Der Anstieg bzw. Rückgang der Vergütungen resultiert daher vor allem aus der Entwicklung der variablen, am Unternehmenserfolg orientierten Vergütungselemente und hier insbesondere der aktienbasierten Langfristbezüge.

 

  • Die kurzfristige variable Vergütung (Jahresbonus) bei SMI-CEOs entspricht rund 19% der Direktvergütung, bei SMIM-CEOs sind es rund 25%.

  • Die langfristige variable Vergütung bei SMI-CEOs entspricht ca. 53% (SMI) bzw. 51% (SMIM) der Direktvergütung. Im Jahresvergleich hat sie bei SMI-Unternehmen um 3% abgenommen, bei SMIM-Unternehmen um 8% zugenommen.

 

„In Europa und so auch in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren die mehrjährige variable Vergütung als dominanter Vergütungsbaustein durchgesetzt. Der CEO schuldet dem Unternehmen nachhaltigen Erfolg und dieser bildet sich am besten in der mehrjährigen variablen Vergütung ab“, ist hkp/// Senior Partner Martin Pfändler überzeugt. Er verweist darauf, dass die langfristigen variablen Bezüge nicht sofort zur Auszahlung kommen, sondern in ihrer tatsächlich ausbezahlten Höhe vom Erreichen definierter Performance-Ziele in den nächsten drei bis vier Jahren abhängen und unter Umständen auch auf null sinken können.

 

CEO-Vergütung im nationalen und internationalen Vergleich

Wie in den Vorjahren bilden die im SMI kotierten grossen multinationalen Unternehmen wie Roche, UBS, Credit Suisse, Novartis und Nestlé die Spitze bei den CEO-Vergütungen. „Innerhalb der Schweiz sehen wir eine zweigeteilte Vergütungslandschaft: An der Spitze liegt der Unterschied in den Vergütungsniveaus im SMI und SMIM bei etwa dem Doppelten, bei den Durchschnitten ist es etwa das 1,7-fache. Dieses Bild ist massgeblich durch die Marktkapitalisierung und Unternehmensgrösse begründet, “ erläutert hkp/// group Experte Martin Pfändler.

 

Rang

SMI

SMIM

1

Roche

14,43

Dufry

7,06

2

UBS

13,40

Logitech

7,05

3

Credit Suisse

11,21

Partners Group

7,01

4

Novartis

10,95

Temenos

6,48

5

Nestlé

  9,56

GAM

5,70

Durchschnitt

 

  7,04

 

4,08

Abb.1. Direktvergütung ganzjährig tätiger CEOs in SMI-/SMIM-Unternehmen 2016 in Mio. CHF

 

Mit ihren CEO-Vergütungen liegen die Schweizer Top-Werte auch im europäischen Massstab vorn, wobei nach aktuellem Stand Roche unter den STOXX-Unternehmen sogar die Spitze besetzt. Dass sich die CEOs von US-Unternehmen auf einem anderen Vergütungsstern bewegen, zeigen die aktuellen Spitzenwerte im Dow Jones Industrial Index: Hier belegen derzeit Nike (45,8 Mio. CHF), Walt Disney (39,2 Mio. CHF) und IBM (31,0 Mio. CHF) die Top-Ränge.

 

Bilanz zur bindenden Aktionärsabstimmung über Organvergütung

Die Schweiz war ein internationaler Trendsetter bei den bindenden Entscheidungen der Generalversammlung zur Top-Management-Entlöhnung („Say-on-pay“). „Aktionärsentscheidungen setzen aber bestmögliche Transparenz voraus. Auch wenn sich gerade die grossen Unternehmen sehr bemühen, fehlen verbindliche und international übliche Publizitätsstandards. Da wird man nachlegen müssen“, so Michael H. Kramarsch.

 

Besonders kritisch sieht der hkp/// group Managing Partner die vollständige Verlagerung der Entscheidungskompetenz weg vom Verwaltungsrat hin zur Generalversammlung. „Wer dominiert denn heute das Aktionariat der grossen Unternehmen? Es sind eben nicht die langfristig am Unternehmen interessierten Eigentümer, sondern globale Stimmrechtsvertreter ohne eigenes Engagement sowie angelsächsische institutionelle Investoren. Deren Vorstellungen werden die Vergütungssysteme auch in der Schweiz prägen. Ein Eindämmen von Vergütungshöhen werden wir dagegen nicht sehen.“ Zudem sei die unternehmerische Kompetenz des Verwaltungsrats in Vergütungsfragen nicht ohne weiteres delegierbar.

 

Top 10-CEO-Vergütungen in der Schweiz

Direktvergütung

1

Roche

Dr. Severin Schwan

14,43 Mio. CHF

2

UBS

Sergio P. Ermotti

13,40 Mio. CHF

3

Credit Suisse

Tidjane Thiam

11,21 Mio. CHF

4

Novartis

Joseph Jimenez

10,95 Mio. CHF

5

Nestlé

Paul Bulcke

  9,56 Mio. CHF

6

Richemont

Bernard Fornas

  9,21 Mio. CHF

7

Richemont

Richard Lepeu

  9,14 Mio. CHF

8

ABB

Ulrich Spiesshofer

  7,89 Mio. CHF

9

Zurich Insurance

Mario Greco (seit 07.03.2016)

  7,30 Mio. CHF

10

Lindt & Sprüngli

Ernst Tanner (bis 30.09.2016)

  7,28 Mio. CHF

Abb.2. Die Top-10-CEO-Vergütungen in der Schweiz für das Geschäftsjahr 2016 in Mio. CHF (Direktvergütung, inkl. unterjährig ausgeschiedener/eingestiegener CEOs)

 

Unterlagen & Bildmaterial

  • Vergütungsdaten

  • Porträts Michael H. Kramarsch, Martin Pfändler & Melanie Wagner

Die gesamten Vergütungsdaten (Excel-Dokument) sowie die Porträts können über folgenden Dropbox-Link heruntergeladen werden:

https://www.dropbox.com/sh/8hlh8a0uwt08q6d/AADMSF_IY5WgMo7ww7Sn4ybha?dl=0

 

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