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M&A: Kommunikation verbindet

Die Mammutaufgabe „M&A“ kann nur gemeistert werden, wenn aus Betroffenen Beteiligte werden. Dazu braucht es eine intensive Kommunikation. Darüber sprach hkp.com mit der hkp//// group Partnerin Dr. Christine Abel.

 

Frau Dr. Abel, das Thema „M&A“ steht weit oben auf der strategischen Agenda. Worauf kommt es hier vor allem an?
Dr. Christine Abel: Auf das Bewusstsein, dass es bei einem Merger nicht nur um betriebswirtschaftliche, technische und juristische Fragen geht, sondern vor allem um Menschen. Mitarbeiter, aber auch Investoren, Kunden und andere Geschäftspartner müssen von einem Deal überzeugt sein. Während bis zum Signing mit Hilfe der Due Diligence wörtlich aus allen Auffälligkeiten Kapital geschlagen wird, geht es danach darum, den Deal als gemeinsamen Erfolg darzustellen – und oft sind die Akteure die vorherigen Verhandlungspartner, oder zumindest eine größere Gruppe davon.

 

Wie kann die erforderliche Überzeugungsarbeit geleistet werden?
Dr. Christine Abel: Durch intensive und zielgruppenspezifische Kommunikation. Ein Merger sorgt bei Mitarbeitern und den anderen Stakeholdern oft zuerst für Unsicherheit. Jeder Betroffene stellt sich zwei Fragen: Wie sieht das neue Unternehmen aus? Und was bedeutet das für mich? Unternehmen müssen beide Fragen so früh und so klar wie möglich beantworten.

 

Fakten, Fakten, Fakten – und immer an die Stakeholder denken?
Dr. Christine Abel: Sachliche Informationen zu einem Deal sind in der Tat wichtig. Sie sollten jedoch so miteinander verknüpft werden, dass sich daraus eine lebendige Story ergibt, die rational überzeugt und emotional bewegt. Es geht darum, denn Sinn einer Transaktion zu veranschaulichen und die Stakeholder dafür zu gewinnen.

 

Der Sinn liegt oft schlicht in Synergien.
Dr. Christine Abel: Synergie steht jedoch nicht nur für Effizienz, also einen reduzierten Aufwand. Synergie bedeutet auch, mit gebündelten Kräften einen Mehrwert zu realisieren. Die umfassende Story sollte also erzählen, weshalb ein Zusammenschluss oder eine vergleichbare Transaktion jetzt notwendig ist, wie das Geschäftsmodell und die Strategie des neuen Unternehmens aussehen – und welcher Mehrwert daraus für Mitarbeiter, Kunden und Investoren oder die Gesellschaft folgt.

 

Finden sich alle Stakeholder in einer so umfassenden Story wieder?
Dr. Christine Abel: Eine solche Story entwirft ein Gesamtbild; sie verdeutlicht allen Betroffenen, warum es sich lohnt, daran mitzuwirken und teilzuhaben. Mitarbeiter und andere Gruppen sollten jedoch zudem mit einem Fokus auf ihre besonderen Interessen und Informationsbedarfe angesprochen werden.

 

Was bedeutet das für die Kommunikation mit den Mitarbeitern?
Dr. Christine Abel: Wichtig ist, dass die Top-Leute frühzeitig benannt werden, die das neue Unternehmen zum Erfolg führen können. Diesen Mitarbeitern sollten nicht nur attraktive monetäre Retention-Pakete geschnürt werden, Ihnen muss auch kom-muniziert werden, welche Rolle sie in Zukunft einnehmen und welche Chancen sie haben.

 

Erfolg wird ja nicht nur vom Management gemacht…
Dr. Christine Abel: Und genau das wird bei vielen Transaktionen vergessen. Das Kommunikationsteam muss allen Mitarbeitern transparent machen, wie zum Beispiel die künftige Organisation, die entsprechenden Jobs, das neue Vergütungssystem, die Karrierelandschaft und die entsprechenden HR-Programme aussehen. Gerade Führungskräfte und Experten in strategisch relevanten Funktionen müssen einen positiven Zukunftsentwurf für sich erkennen, damit sie ihn authentisch vorleben können.

 

Kommuniziert werden kann jedoch nur, was schon gestaltet ist. Wann sollte aus Ihrer Sicht HR in die entsprechenden Planungen eingebunden werden?
Dr. Christine Abel: HR soll alle personalwirtschaftlich relevanten Themen früh adressieren und einbringen können. Übrigens: Bei einem Merger gehen auch zwei HR-Bereiche zusammen. Der neue HR-Bereich muss auch für sich selbst ein neues Geschäftsmodell entwickeln. Es sollte HR-intern kommuniziert werden, um Identität zu stiften. Und es sollte den Kunden von HR transparent gemacht werden, um Profil zu zeigen.

 

Alles in allem sind Tranaktionen wie Unternehmenszusammenschlüsse oder -aufspaltungen komplexe Prozesse. Wie erkennt das M&A-Team, dass die Prozesse in die richtige Richtung laufen?
Dr. Christine Abel: Hier haben sich Pulse Surveys bewährt. Mit ihnen kann regelmäßig identifiziert werden, wie welche Maßnahmen wirken und wie die Stimmung ist. Unternehmen sehen umgehend, wo sie noch besser informieren, Orientierung geben und motivieren sollten. Der M&A-Prozess, dessen Monitoring und die laufende Kommunikation gehören zusammen.

 

Wie kann bei dieser kommunikativen Vielfalt das große Ganze zum Ausdruck gebracht werden?
Dr. Christine Abel: Dafür ist vor allem der CEO der neuen Company zuständig. Er muss in Bezug auf die Gesamtstory positioniert werden und sie überzeugend rüberbringen und regelrecht verkörpern können. Er steht für das fusionierte Unternehmen, für dessen Strategie, Werte und Kultur. Was er sagt und wie er dies tut, wirkt sich auf den Erfolg eines Mergers aus. Am CEO zeigt sich besonders: Kommunikation entscheidet, sie ist kein Zuckerguss, sondern ein Management-Instrument.

 

Frau Dr. Abel, herzlichen Dank für das Gespräch!

 
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