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Aufsichtsratsvergütung im DAX: Stabilität an der Spitze

20. April 2017, Presseinformation Deutschland

 

Bezüge der Aufsichtsratsvorsitzenden in DAX-Unternehmen steigen 2016 um rund 8 % auf einen Durchschnittswert von 386.000 Euro

 

Abkehr von der variablen Vergütung hält an: Fast zwei Drittel der DAX-Unternehmen vergüten ihre Aufsichtsräte ausschließlich auf Basis fester Bezüge

 

hkp/// group Analyse „Geschäftsberichtsauswertung Aufsichtsratsvergütung DAX 2016“

 

Frankfurt am Main, 20. April 2017. Laut der Analyse „Geschäftsberichtsauswertung Aufsichtsratsvergütung DAX 2016“ der Unternehmensberatung hkp/// group ist die Vergütung der Aufsichtsratsvorsitzenden in den im Börsen-Index DAX notierten Unternehmen in 2016 gegenüber dem Vorjahr um 8,3 % auf einen Durchschnittswert von 386.000 Euro gestiegen.

 

Den aktuellen Spitzenwert bei den Gesamtvergütungen besetzt wie im Vorjahr der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank mit 800.000 Euro. Im internationalen Vergleich rangiert diese Vergütung aktuell auf Platz 13. Den Rekordwert einer Aufsichtsratsvergütung in Deutschland hatte 2014 der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen mit 1,48 Mio. Euro markiert.

 

Insgesamt gab es in 2016 drei personelle Wechsel auf der Position des Aufsichtsratsvorsitzenden (E.ON, Linde, RWE) sowie einen Index-Wechsel (ProSiebenSat.1 für K+S).

 

Mit Volkswagen stellt in der Hauptversammlung 2017 ein weiteres Unternehmen die Vergütung des Aufsichtsrats auf komplett feste Bezüge um, insgesamt sind es zukünftig 19 Unternehmen. Parallel dazu erhöht sich der Zahl der DAX-Unternehmen, die Aktien als Vergütungsinstrument für Aufsichtsräte nutzen, auf sieben.

 

„Obwohl wir weiter einen Trend zu reinen Festvergütungen für die Tätigkeit von Aufsichtsräten sehen, spiegeln die aktuellen Zahlen vielmehr die Veränderungen in der Besetzung des Aufsichtsratsvorsitzenden pro Unternehmen und Index-Wechsel wider. Die Rückkehr von BMW und Volkswagen in den Vergleich der ganzjährig tätigen Aufsichtsratsvorsitzenden ist deutlich erkennbar“, erklärt hkp/// group Senior Partner Joachim Kayser. Er sieht die Entwicklung hin zu reinen Festvergütungen für Aufsichtsräte nach wie vor kritisch, bemängelt zugleich auch das weiter zu geringe Vergütungsniveau. „Gerade im unteren Bereich der Vergütungsrangreihe sehen wir immer noch Bezüge, die einer professionellen Aufsichtstätigkeit nicht gerecht werden. Eine Vergütung des Aufsichtsratsvorsitzenden auf Augenhöhe mit dem Vorstand ist nach wie vor nicht in Sicht“, so der hkp/// group Vergütungsexperte.

 

Stabilität an der Spitze – Aufholprozess am Ende der Vergütungsrangreihe

Eine Ursache für die aktuelle Entwicklung bei den Bezügen der DAX-Aufsichtsratsvorsitzenden ist die Rückkehr von BMW und Volkswagen in den Vergleich der ganzjährig tätigen Aufsichtsratsvorsitzenden. Nach einem personellen Wechsel in 2015 belaufen sich die Bezüge des Aufsichtsratsvorsitzenden bei BMW für das Geschäftsjahr 2016 auf 610.660 Euro. Dieser Wert entspricht Rang zwei im DAX-Vergleich. Volkswagen erreicht nach der Spitzenposition in 2014 und dem Wechsel in 2015 mit einem Wert von 585.800 Euro nunmehr den vierten Rang.

 

Die Vergütungsrangreihe der ganzjährig im Amt tätigen Aufsichtsratsvorsitzenden in den DAX-Unternehmen wird wie bereits 2015 durch die Deutsche Bank angeführt. Der aktuelle Wert von 800.000 Euro entspricht einem leichten Rückgang gegenüber 2015. Auf den Plätzen zwei und drei folgen BMW und Siemens (605.000 Euro).

 

Während die Spitzenwerte weitgehend stabil geblieben sind, ergeben sich einzelne Veränderungen im unteren Bereich der Vergütungsrangreihe. Bildete Infineon im Vorjahr noch das Schlusslicht im DAX mit einer Vergütung von deutlich unter 200.000 Euro (aktuell 214.000 Euro), sind es nun adidas (205.250 Euro) und thyssenkrupp (210.000 Euro).

 

Top-Vergütungen Aufsichtsratsvorsitzende DAX 2016

Gesamtvergütung

Deutsche Bank

800.000 Euro (-1 %)

BMW

610.660 Euro (Wechsel im Vorjahr)

Siemens

605.000 Euro (0 %)

Geringste Vergütungen Aufsichtsratsvorsitzende DAX 2016

Gesamtvergütung

Infineon

214.000 Euro (+45 %)

thyssenkrupp

210.000 Euro (-1 %)

adidas

205.250 Euro (-1 %)

Abb.: Die höchsten und geringsten Gesamtvergütungen von Aufsichtsratsvorsitzenden im DAX für das Geschäftsjahr 2016 (Werte in Klammern: Veränderung zum Vorjahr)

 

Internationaler Vergleich: Schweizer Verwaltungsräte in eigener Vergütungswelt

Im internationalen Vergleich bilden die Verwaltungsratspräsidenten von Nestlé (5,4 Mio. Euro), UBS (5,2 Mio. Euro), Roche (4,1 Mio. Euro) und Novartis (3,5 Mio. Euro) nach aktuellem Stand die internationale Vergütungsspitze – allerdings bei unterschiedlichen Governance-Modellen: „Verwaltungsratspräsidenten in den größten Konzernen der Schweiz sind anders als Aufsichtsratsvorsitzende in Deutschland in der Regel im Rahmen eines Vollamtes tätig. Allerdings ist das Vergütungsniveau weder allein damit noch durch die Unternehmensgröße zu erklären“, erläutert hkp/// group Partnerin Regine Siepmann. „Schweizer Unternehmen bewegen sich in einer historisch gewachsenen eigenen Vergütungswelt“, so die Vergütungsexpertin.

 

Der DAX-Durchschnittswert für die Vergütung eines Aufsichtsratsvorsitzenden entspricht etwas mehr als der Hälfte des europäischen Vergleichswerts in Höhe von 697.000 Euro (ohne Schweizer Vollamts-Verwaltungsratspräsidenten). Allein der DAX-Spitzenreiter Deutsche Bank liegt in diesem Jahr über diesem Wert; 2015 waren es zusätzlich noch Siemens, Henkel, Continental und BASF.

 

Ausblick

Für hkp/// group Senior Partner Joachim Kayser liegt die Konsequenz der aktuellen Entwicklung, die variablen Anteile zugunsten deutlicher höherer Fixbezüge abzuschaffen, auf der Hand: „Bei der Umstellung auf Festvergütung werden unpassende Wirkungsmechanismen nicht hinreichend bedacht: In schlechten Zeiten werden alle Mitarbeiter eines Unternehmens die Konsequenzen in ihrer Vergütung spüren, allein die Aufsichtsräte wird es nicht treffen. Das ist nicht nachvollziehbar.“

 

Als erfreuliche Entwicklung begrüßt dagegen hkp/// group Partnerin Regine Siepmann den anhaltenden Trend zu langfristigen Aktienkaufverpflichtungen: „Die Kombination aus Festbezügen und Aktienkaufverpflichtungen ist aus unserer Sicht der zukunftsweisende Weg, Kontrollaufgabe und Strategiebegleitung gleichermaßen zu honorieren. Aktien als Vergütungselement fördern den Gleichklang der Interessen von Aufsichtsräten und Aktionären und die Nachhaltigkeit von Vergütung.“

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