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Kontrolleure im ATX nicht angemessen vergütet

1. Juli 2014, Presseinformation Österreich

 

Laut der Analyse „Aufsichtsratsvergütung ATX 2013“ der Unternehmensberatung hkp/// group sind im zurückliegenden Geschäftsjahr die Gagen der Aufsichtsratsvorsitzenden in den führenden börsennotierten Unternehmen Österreichs (ATX-Unternehmen) im Vergleich zu 2012 um rund 23 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Gesamtvergütung für einen Aufsichtsratsvorsitzenden beläuft sich auf rund 65.700 Euro  und liegt damit deutlich unter den Durchschnittswerten im internationalen Vergleich. So beziehen die Verwaltungsrats- bzw. Aufsichtsratsvorsitzenden in den europäischen Top-Unternehmen (Euro STOXX 50 + STOXX Euro 50) im Durchschnitt 940.000 Euro, in dem mit Blick auf Governance und Unternehmensgröße eher mit dem ATX vergleichbaren deutschen Börsenindex für mittelgroße Firmen MDAX sind es 187.900 Euro.
 
Die Vergütungsspitze im ATX bildet der Aufsichtsratsvorsitzende von Erste Group mit 126.400 Euro Gesamtvergütung, gefolgt von Conwert Immo (110.000) und Voestalpine (80.000). Am Ende der aktuellen Vergütungsrangreihe für ganzjährig tätige Aufsichtsratsvorsitzende rangiert die EVN mit rund 15.000 Euro. (siehe Abb.1 auf der nächsten Seite)
 
Der deutliche Anstieg der durchschnittlichen Gagen von ATX-Aufsichtsratsvorsitzenden steht im Kontrast zu rückläufigen Unternehmensergebnissen. So ist der durchschnittliche Gewinn nach Steuern von ATX-Unternehmen im Vergleichszeitraum um 19 Prozent gesunken. Im Einklang mit diesem Geschäftsverlauf sind die Vergütungen der ATX-Vorstandsvorsitzenden 2013 um knapp zwei Prozent gesunken. Diese unterschiedliche Entwicklung liegt vor allem im Anteil der variablen und damit Performance-abhängigen Bezüge begründet: Bei den Aufsichtsratsvorsitzenden weist nur Schoeller Bleckum explizit eine solche Komponente aus. In allen anderen Unternehmen stützt sich die Vergütung von Aufsichtsratsmitgliedern primär auf die feste Vergütung plus Sitzungsgelder und – soweit gewährt – auf die Ausschussvergütung, wie auch international üblich
 
Nach Ansicht von hkp/// Managing Partner Michael H. Kramarsch sind die ATX-Unternehmen mit ihrer Aufsichtsratsvergütung noch nicht optimal aufgestellt: „Die Bezüge der Unternehmenskontrolleure im ATX sind trotz des aktuellen Vergütungssprungs in der Mehrheit noch weit entfernt von einer Struktur und einem Niveau, die der gestiegenen Aufgabenvielfalt und erheblich gewachsenen Verantwortung des Mandats gerecht wird. Professionelle Kontrolle und Strategiebegleitung braucht eine professionelle und angemessene Vergütung.“ Für Michael H. Kramarsch zählt dazu auch eine mehrjährige variable Vergütung in Aktien. „Es spricht vieles dafür, Aufsichtsräte als Aktionärsvertreter über Aktien, die über die Zeit der Mandatsausübung zu halten sind, mit ihrer Vergütung langfristig an die Unternehmensentwicklung zu binden“, so der Corporate Governance-Experte.
 
Aus Sicht der Studienautoren erfreulich ist die erhöhte Vergütungstransparenz. Nachdem für das zurückliegende Geschäftsjahr AMAG, Raiffeisenbank International und Zumtobel der verpflichtenden UGB-Vorgabe nachgekommen sind, die Vergütung für ihre Mitglieder im Aufsichtsrat individuell auszuweisen, verschließt sich mit Mayr-Melnhof nur noch ein Unternehmen dieser Grundanforderung der Kapitalmarktkommunikation. „Allerdings erfolgt die Veröffentlichung der Aufsichtsratsvergütungen sehr heterogen“, verweist hkp/// Senior Manager und Studienautor Dr. Björn Hinderlich auf den weiter bestehenden Optimierungsbedarf. Beispielsweise weisen zehn ATX-Unternehmen nicht die Vergütungswerte für 2013 aus, sondern die laut Hauptversammlungsbeschluss für 2012 ausgezahlten Vergütung. Drei dieser Unternehmen (Erste Group, Österreichische Post, Telekom Austria) legen wiederum die feste Vergütung für 2012 und die Sitzungsgelder für 2013 offen. „Die Unternehmen weisen zwar gesetzeskonform aus, aber die Vergleichbarkeit ist nicht gegeben. Hier braucht es noch klarere Leitlinien durch den Österreichischen Corporate Governance Kodex“, erklärt der hkp/// Vergütungsexperte.
 
Hintergrundinformationen zur hkp/// Analyse
Die hkp/// Analyse „Aufsichtsratsvergütung ATX 2013“ stützt sich auf die quantitativen und qualitativen Angaben in den aktuellen Geschäftsberichten der im österreichischen Premium-Index ATX notierten 20 Unternehmen zu den Aspekten der Aufsichtsratsvergütung.

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